KANU CLUB JEßNITZ/ANHALT e.V.




Unser Verein

Seit mehr als 90 Jahren steht der Kanu Club Jessnitz/ Anhalt e.V. für den Wassersport an der Mulde. Zur Zeit hat der Verein knapp 100 Mitglieder.

Zusätzlich zu den sportlichen Aktivitäten finden jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt statt, zu denen Jedermann herzlich eingeladen ist. Unter der Rubrik Termine kann man sich alle Veranstaltungen des Jahres anschauen und auch herunterladen.

Jeder kann Mitglied werden, der sich für Sport interessiert und am Vereinsleben teilnehmen möchte. Infos zur Mitgliedschaft gibt es unter der E-mail Adresse info@kc-jessnitz.de .

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Beitragsordnung KC Jeßnitz

Satzung des KC Jeßnitz 


Das Bootshaus und die Entwicklung des Wassersports in Jeßnitz.

Der damals noch Ruder-Club e.V. wurde 1922 gegründet. Das Grundstück an der Mulde an der Straße nach Roßdorf, galt damals als Unland, da es schon bei einem höherem Wasserstand der Mulde überschwemmt wurde.

Man errichtete nahe der höher gelegenen Straße auf einer breiten, Grundmauer mit 32 Stützpfeilern, einen Fachwerkbau für die Unterbringung der anfangs 6 Ruderboote. An der Bootshalle befand sich ein Clubraum mit Kleinküche, sowie Umkleideräume mit Spinten fur Damen und Herren, ein WC und ein Abstellraum. Im Jahr 1926 fand die Einweihung des Bootshauses statt.

Die Paddler, mit ihren anfangs selbst gebauten Holzbooten und späteren Faltbooten, waren in Arbeitervereinen organisiert. Diese Vereine wurde 1933 verboten und die Boote beschlagnahmt. Nach knapp einem Jahr wurden die Boote unter der Bedingung freigegeben,dass sich die Wassersportler dem „Reichsbund für Leibesübungen" (nationalsozialistischer Sportbund) anschließen würden. Beide Bereiche Ruderer und Paddler fanden in einem neu errichteten Anbau Platz. In den letzten Jahren des Krieges wurden die Räumlichkeiten anderweitig genutzt. Eine in Dessau ausgebombte Firma für Kücheneinrichtungen ,Geschirr und Gerätschaften zog in das Bootshaus. Als am 20. April 1945 die Soldaten der Amerikaner die Stadt Jeßnitz besetzten und die Brücken zerstört waren, wurde das Bootshaus mit seinem brauchbaren Inhalt geplündert. Das Warenlager verschwand, Fenster, Türen, Mobilar und sogar die elektrischen Kabel wurden aus den Wänden gerissen.Als die russische Armee anrückte bildete die Mulde die vorläufige Grenze. Der gewaltige Flüchtlingsstrom von Ost nach West und auch umgekehrt, brachte es mit sich, dass die vorhandenen Boote zum überqueren der Mulde benutzt wurden. Fast alle Faltboote wurden zerstört oder beschädigt. Die Amerikaner zogen sich in ihre zugeteilte Zone im aufgeteilten Deutschland zurück.

Der Wiederaufbau begann. Eine Gruppe von Männern und Frauen, waren bereit, ihre alte Sportstätte, in der sie bereits viele schöne Stunden verlebt hatten, wieder aufzubauen. Am schlimmsten baufällig war die Ecke vom Paddelschuppen, wo sich beim Herausreißen des

Tores das Fachwerk verschoben hatte. Selbst das Dach war an dieser Ecke beschädigt worden, so dass die Ecke und die halbe Mauerfront abgerissen und wieder auf dem Fundament aufgebaut wurde.

Die einzelnen Sportgruppen der Stadt wurden dann zusammengefasst und als Betriebs-Sportgemeinschaft "Traktor Jeßnitz" der Landwirtschaftlichen Maschinen-Ausleihstation unterstellt. In der sportlichen Entwicklung hatte sich interessen-und bootsbedingt, zwei Gruppen gebildet: Wanderfahrer und Rennfahrer. Nicht nur die Urlaubsfahrten der Wasserwanderer auf allen Flüssen und Seen der DDR, sondern auch der Besuch der Regatten erst im Bezirk, später dann in der ganzen DDR machte die Kanuten aus Jeßnitz bekannt, zumal die Rennfahrer auch bei den größeren Regatten in Dresden, Magdeburg, Rostock oder Berlin immer an der Spitze zu finden waren. Aufgrund der äußert schwierigen finanziellen Lage beschloss die BSG-Leitung sich dem Großbetrieb "Agfa Wolfen" anzuschließen.

Als 1955 das 25-Jahrige Bestehen des Paddelsports in Jeßnitz begangen wurde, war auch der Präsident des Kanusports aus Berlin bei uns zu Gast. Der Mitgliederstand hatte einen Höhepunkt von 184 Mitgliedern erreicht, wobei die Kinder unter 14 Jahren nicht migezählt wurden, dies waren noch einmal ca. 30 – 40 Vereinsmitglieder.

Die Zuwendungen der Filmfabrik "Agfa Wolfen“ betrugen im Jahr zwischen 30 - 50 Tausend Mark. Diese großzügige Unterstützung war durch den großen Erfolg der Jeßnitzer Rennkanuten mit mehreren DDR- Meistern möglich geworden. Dagegen entwickelte sich der Wasserwandersport rückwärts, nicht nur durch die zunehmende Wasserverschmutzung der Mulde sondern auch die wechselnde Interessen der Vereinsmitglider waren die Ursache dafür.

Auch eine Namensänderung fand statt: BSG Chemie Jeßnitz, Sektion Kanu. Die leistungsstarken Rennkanuten erreichten, daß 1970 Jeßnitz im Bezirksverband als ein Leistungszentrum anerkannt wurde. Durch Vergünstigungen und Bereitstellung vieler Mittel, auch baulicheVerbesserungen, wie Heizung, Warmwasserduschen und Vergrößerung des Grundstücks und nicht zuletzt durch große Veranstaltungen entwickelte sich die Sektion Kanu wieder zu ihrer ehemaligen Größe und Leistungen. Die vielen neuen Rennboote hatten kaum noch Platz und es mußte ein großer Um- und Neubau vollzogen werden. Dieser konnte im Jahre 1980 durchgeführt werden. Die Großveranstaltungen haben inzwischen die Größe eines Volksfestes mit manchmal bis zu 1000 Gästen, Sportfreunden und Einwohnern.

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